
Was in ein kleines Bad mit Dusche passt
Als kleines Bad gilt meist alles unter fünf bis sechs Quadratmetern. In älteren Mietshäusern und in Altbauten, in denen das Bad erst später eingebaut wurde, sind drei bis vier Quadratmeter nicht selten. Für ein kleines Bad mit Dusche ist die Fläche allein aber nicht entscheidend. Entscheidend ist, ob vor jedem Objekt genug Platz bleibt, um es bequem zu nutzen.
Grob lassen sich drei Größen unterscheiden, an denen sich auch die Suche orientiert:
- Unter drei Quadratmetern: Es wird eng. Eine kleine Duschtasse von 70 mal 70 oder 75 mal 90 Zentimetern, ein Handwaschbecken und ein Wand-WC sind dann meist die einzige Kombination, die funktioniert.
- Drei bis vier Quadratmeter: Ein Wand-WC, ein schmaler Waschtisch und eine Dusche mit 80 mal 80 oder 90 mal 90 Zentimetern passen, wenn der Grundriss stimmt. Das ist das typische kleine Duschbad.
- Vier bis sechs Quadratmeter: Hier wird eine begehbare Dusche ohne Tür möglich, ebenso ein größerer Waschtisch oder Stauraum in einer Vorwand.
Maße und Abstände für die Planung eines kleinen Bads
Wer ein kleines Bad mit Dusche plant, rechnet nicht nur mit den Objekten, sondern mit den Flächen davor. Eine Orientierung gibt die Richtlinie VDI 6000 Blatt 1 zur Ausstattung von Sanitärräumen in Wohnungen. Ihre Werte sind Planungswerte und keine gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaße, in Fachpublikationen werden sie so wiedergegeben:
- Vor dem WC: etwa 80 mal 60 Zentimeter freie Bewegungsfläche.
- Vor dem Waschtisch: etwa 90 mal 55 Zentimeter.
- Vor der Dusche: etwa 80 mal 75 Zentimeter.
- Seitlich: rund 20 Zentimeter zwischen einem Objekt und der Wand oder dem nächsten Objekt.
Diese Flächen dürfen sich überlagern, und genau darin liegt der Spielraum im kleinen Bad. Wo die Bewegungsfläche vor dem WC auch die vor der Dusche ist, spart der Grundriss Platz. Bei der Dusche selbst gilt 80 mal 80 Zentimeter als praktisches Minimum, ab 90 mal 90 Zentimetern duscht man deutlich freier. Für eine barrierefreie Dusche setzt die DIN 18040-2 eine Bewegungsfläche von 120 mal 120 Zentimetern an, dazu Türen, die nicht in das Bad aufschlagen. Was ein barrierefreies Bad sonst braucht, steht im Beitrag zum barrierefreien Bad.
Auch ohne Barrierefreiheit lohnt der Blick auf die Tür. Eine Drehtür, die nach innen aufschlägt, braucht im kleinen Bad eine Fläche, auf der sonst ein Waschtisch stehen könnte. Schlägt sie nach außen auf oder wird sie durch eine Schiebetür ersetzt, gewinnt der Raum oft genau die Zentimeter, die zwischen zwei Grundrissen entscheiden.
Drei Grundrisse: 3 m², schmales Bad und Dachschräge
Kleine Bäder wiederholen sich in wenigen Grundformen. Die folgenden drei Skizzen zeigen, wie WC, Waschtisch und Dusche darin sinnvoll angeordnet werden können. Sie sind schematisch und ersetzen keine Planung, denn wo die Objekte am Ende stehen, gibt meist das Fallrohr vor.
3 m²: Dusche in der Ecke
Auf 150 mal 200 Zentimetern sitzt die Dusche mit 80 mal 80 Zentimetern in der Ecke gegenüber der Tür, der Waschtisch daneben an derselben Wand. Das Wand-WC hängt an einer Vorwand an der Längsseite. Die freie Fläche in der Mitte dient als Bewegungsfläche für alle drei Objekte zugleich. Die Tür schlägt nach außen auf.
Schmales Bad: Dusche am Ende
Im schmalen Schlauchbad stehen WC und Waschtisch an einer Längswand, die Dusche nimmt die volle Breite am Ende des Raums ein. Weil sie breiter als tief ist, reicht oft eine feste Glaswand, und die Dusche wird begehbar. Kritisch ist die Breite: WC und Vorwand nehmen zusammen rund 75 Zentimeter Tiefe ein. Bei 120 Zentimetern Raumbreite bleiben davor keine 60 Zentimeter mehr, ab etwa 140 Zentimetern funktioniert der Grundriss.
Dachschräge: Dusche an der hohen Wand
Unter der Dachschräge gehört die Dusche an die Stelle mit der vollen Raumhöhe, ebenso der Waschtisch, an dem man steht. Das WC kann unter die Schräge rücken, weil man dort sitzt. Hersteller empfehlen über dem Brausekopf noch 20 bis 40 Zentimeter Luft, je nach Größe der Brause.
Begehbare Dusche oder Duschtür im kleinen Bad
Ob ein kleines Bad eine begehbare Dusche ohne Tür bekommt oder eine Duschtasse mit Glastür, hängt vor allem an der Länge des Duschplatzes. Eine begehbare Dusche, oft Walk-in genannt, hat eine feste Glaswand und einen offenen Einstieg. Das wirkt großzügig und erspart den Türschlag. Je kürzer die Dusche ist, desto mehr Wasser landet aber ohne Tür auf dem Badboden.
In einer Fläche von 80 mal 80 Zentimetern ist deshalb fast immer eine Tür nötig. Platzsparend sind Falttüren, die sich nach innen zusammenlegen, und Pendeltüren, die nach innen und außen schwingen. Eine Schiebetür braucht daneben eine freie Wandfläche, auf die sie fährt. Begehbar wird es erst, wenn die Dusche deutlich länger ist als breit, etwa über die volle Breite eines schmalen Bads.
Die zweite Frage ist der Boden. Eine bodengleiche Dusche lässt den Belag ohne Kante durchlaufen, und gerade im kleinen Bad wirkt der Raum dadurch größer. Sie braucht aber einen Ablauf unter dem Fliesenniveau, also einen Bodenablauf oder eine Duschrinne, und Gefälle zur Leitung. Eine Duschrinne entlang der Wand hat im kleinen Bad den Vorteil, dass der Boden nur in eine Richtung geneigt wird und großformatige Fliesen nicht zerschnitten werden müssen. Ob dafür genug Aufbauhöhe da ist und welche Auswege es gibt, steht ausführlich im Beitrag Badewanne zur Dusche umbauen.
Was der Bestand im kleinen Bad vorgibt
Die meisten Ideen für ein kleines Bad mit Dusche stammen aus Katalogen und Bildersammlungen. Ob sie umsetzbar sind, entscheidet im kleinen Bad selten der Geschmack, sondern der Bestand. Vier Punkte prüft Atlas Projects beim Aufmaß, bevor ein Grundriss feststeht.
Das Fallrohr bestimmt den Platz des WCs
Ein WC braucht einen großen Abwasseranschluss, der mit Gefälle in die senkrechte Fallleitung des Hauses mündet. Deshalb steht das WC in den meisten Bädern dort, wo das Fallrohr verläuft, und ein neuer Grundriss beginnt mit der Frage, wie weit es davon abrücken kann. Je weiter der Weg, desto mehr Höhe kostet das Gefälle der Leitung. Steht im Haus eine Strangsanierung an, lohnt es, das kleine Bad zeitlich danach zu planen.
Die Vorwand kostet Tiefe und bringt Ordnung
Ein Wand-WC hängt an einem Montageelement in einer Vorwand. Nach Herstellerangaben ist ein solches Element rund 12 Zentimeter tief, fertig verkleidet je nach System etwa 13 bis 20 Zentimeter. Im kleinen Bad sind das wertvolle Zentimeter. Dafür verschwinden Spülkasten und Leitungen, die Oberkante der Vorwand wird zur Ablage, und in der Wand lassen sich Nischen für Duschgel oder Handtücher einplanen.
Decke und Bodenaufbau
Im Altbau liegt das Bad häufig auf einer Holzbalkendecke. Estrich, Naturstein und eine bodengleiche Dusche bringen Gewicht und brauchen eine Abdichtung, die zum Untergrund passt. Ob der vorhandene Bodenaufbau das trägt und genug Höhe für einen Ablauf bietet, zeigt erst ein Blick unter den Belag.
Abdichtung im ganzen Duschbereich
Die Wassereinwirkungsklassen der DIN 18534 ordnen Wandflächen in Duschen der Klasse W1-I zu und Bereiche mit bodengleicher Dusche der Klasse W2-I, mit einer Abdichtung im Verbund unter Fliesen oder Platten. Im kleinen Bad erreicht das Spritzwasser einer offenen Dusche einen großen Teil des Bodens. Deshalb spricht viel dafür, den gesamten Boden in die Abdichtung einzubeziehen und nicht nur die Duschfläche.
Lüftung im fensterlosen kleinen Bad
Viele kleine Bäder haben kein Fenster. Das ist zulässig, aber an eine Bedingung geknüpft. Nach § 46 Absatz 1 der Hessischen Bauordnung sind fensterlose Bäder und Toiletten nur zulässig, wenn eine wirksame Lüftung gewährleistet ist. Wie das technisch aussieht, regelt die DIN 18017-3 für Bäder und Toiletten ohne Außenfenster.
In der Praxis heißt das: ein Abluftventilator, der nach dem Duschen nachläuft oder über einen Feuchtesensor schaltet, und eine Möglichkeit für frische Luft, nachzuströmen, meist über einen Spalt unter der Tür. Im kleinen Bad sammelt sich die Feuchte eines Duschgangs auf wenigen Kubikmetern. Läuft die Lüftung zu kurz oder fehlt die Zuluft, zeigt sich das zuerst an dunklen Silikonfugen und Stockflecken an der Decke. Beim Umbau ist der Moment, einen schwachen alten Lüfter zu ersetzen.
Was ein kleines Bad größer wirken lässt
Ein kleines Bad wirkt größer, wenn der Blick wenig Kanten, Fugen und Brüche findet. Die wirksamsten Ideen hängen dabei weniger an Farben als an Entscheidungen, die mit dem Grundriss fallen:
- Durchgehender Boden. Eine bodengleiche Dusche ohne Duschtasse lässt den Belag bis an die Wand laufen.
- Große Formate, wenige Fugen. Großformatige Fliesen oder Platten beruhigen Boden und Wand. Oft reicht es, nur den Spritzwasserbereich zu fliesen.
- Klares Glas. Eine Abtrennung aus Klarglas teilt den Raum nicht, ein Duschvorhang oder Milchglas tut es.
- Alles an der Wand. Wand-WC, wandhängender Waschtisch und Nischen in der Vorwand geben den Boden frei.
- Spiegel und Licht. Ein Spiegel über die volle Breite oder ein in die Wand eingelassener Spiegelschrank, dazu ein gleichmäßiges Grundlicht und Licht am Spiegel.
Ob die vorhandenen Fliesen dafür bleiben können oder der Untergrund erneuert werden muss, steht im Beitrag zum Bad renovieren ohne Fliesen abschlagen.
Vom Ideenbild zur Umsetzung eines kleinen Bads
Vorher-Nachher-Bilder kleiner Bäder zeigen das Ergebnis, nicht den Weg dorthin. Wer ein kleines Bad renovieren oder komplett sanieren lässt, durchläuft bei Atlas Projects vier Schritte. Erst beim Termin vor Ort mit der Bauleitung, den Atlas innerhalb von zehn Werktagen anbietet, werden Fallrohr, Bodenaufbau, Leitungen und Lüftung geprüft. Danach entsteht der Grundriss, dann das Festpreis-Angebot mit Zeitplan. Die reine Bauzeit eines Bads liegt bei vier bis acht Wochen.
Ein Punkt wird bei kleinen Bädern oft vergessen: Häufig ist es das einzige Bad der Wohnung. Für die Bauzeit braucht es dann eine Ausweichlösung, die vor dem Baubeginn feststehen sollte. Welche Wege es gibt, steht im Beitrag zur Badsanierung in bewohnter Wohnung. Welche Leistungen eine Badsanierung umfasst und wie sie abläuft, steht auf der Seite zur Badsanierung in Frankfurt.
Was Sie aus diesem Beitrag mitnehmen
- Ab etwa drei Quadratmetern passen WC, Waschtisch und eine Dusche mit 80 mal 80 Zentimetern, wenn der Grundriss stimmt.
- Geplant wird mit den Flächen vor den Objekten. Sie dürfen sich überlagern, das ist der Spielraum im kleinen Bad.
- Begehbar wird eine Dusche erst mit genug Länge. Auf 80 mal 80 Zentimetern braucht es eine Tür.
- Fallrohr, Vorwand, Bodenaufbau und Abdichtung entscheiden, welche Idee umsetzbar ist.
- Ohne Fenster braucht das Bad eine wirksame Lüftung, so verlangt es die Hessische Bauordnung.
Wenn Sie in Frankfurt oder im Rhein-Main-Gebiet ein kleines Bad mit Dusche planen, beginnt das bei Atlas Projects mit einem Termin vor Ort. Danach wissen Sie, welcher Grundriss in Ihrem Bestand funktioniert und was die Badsanierung in Frankfurt zum Festpreis umfasst.
Häufige Fragen
zum Thema.
Wie groß muss ein Bad mit Dusche mindestens sein?
Eine feste Mindestgröße für private Bäder schreibt das Baurecht nicht vor. In der Praxis wird es unter etwa drei Quadratmetern schwierig, ein WC, einen Waschtisch und eine Dusche mit 80 mal 80 Zentimetern so unterzubringen, dass vor jedem Objekt genug Platz bleibt. Mit kleineren Duschmaßen wie 70 mal 70 Zentimetern, einem Handwaschbecken und einem Wand-WC geht es auch etwas darunter. Komfortabel wird ein Duschbad ab etwa vier Quadratmetern.
Was kostet es, ein kleines Bad mit Dusche zu sanieren?
Bei kleinen Bädern ist der Preis pro Quadratmeter oft höher als bei großen, weil Rückbau, Leitungen, Abdichtung und Sanitärobjekte fast unabhängig von der Fläche anfallen. Den größten Unterschied machen die Fragen, ob die Dusche bodengleich wird, ob das WC an eine andere Stelle wandert und ob die Leitungen erneuert werden. Orientierungswerte nach Badgröße und eine Beispielrechnung stehen in unserem Beitrag zu den Kosten einer kompletten Badsanierung. Eine belastbare Zahl gibt es erst nach dem Aufmaß vor Ort.
Wie fliest man heute ein kleines Bad?
Mit möglichst großen Formaten und wenigen Fugen. Großformatige Fliesen oder Platten lassen den Boden ruhiger und den Raum größer wirken, vor allem wenn der Bodenbelag ohne Kante in eine bodengleiche Dusche übergeht. An den Wänden reicht es oft, nur den Spritzwasserbereich zu fliesen und die übrigen Flächen mit einer feuchteresistenten Beschichtung zu versehen. Entscheidend ist, was darunter liegt: Im Duschbereich gehört nach DIN 18534 eine Abdichtung im Verbund unter die Fliesen.
Geht eine bodengleiche Dusche im kleinen Altbau-Bad?
Oft ja, aber nicht immer ohne Eingriff in den Boden. Der Ablauf einer bodengleichen Dusche liegt unter dem Fliesenniveau und braucht Gefälle zur Leitung. Fehlt die Aufbauhöhe, etwa über einer Holzbalkendecke mit dünnem Bodenaufbau, gibt es Auswege: den Boden im ganzen Bad anheben, die Leitung neu führen, einen Wandablauf oder eine kleine Pumpe. Welche Lösung passt, zeigt erst der Blick in den Bodenaufbau beim Aufmaß.
Braucht ein kleines Bad ohne Fenster einen Lüfter?
Ja, in aller Regel. Nach § 46 Absatz 1 der Hessischen Bauordnung sind fensterlose Bäder und Toiletten nur zulässig, wenn eine wirksame Lüftung gewährleistet ist. In der Praxis ist das ein Abluftventilator, der nach dem Duschen nachläuft oder über einen Feuchtesensor schaltet, und eine Zuluft, meist über einen Spalt unter der Tür. Im kleinen Bad sammelt sich die Feuchte auf wenig Raum, deshalb ist eine funktionierende Lüftung hier besonders wichtig.