Bad im Umbau: ausgebaute Wannennische mit Bodenablauf und alten beigen Wandfliesen, offene Wasseranschlüsse an der Wand, Wasserwaage auf der Schutzfolie
Wenn die Wanne draußen ist, zeigt sich, was die Dusche kann: Wo liegt der Abfluss, wie hoch sitzen die Anschlüsse, ist die Wand dahinter trocken? Das Bild ist ein Symbolbild, mit KI erstellt.

Was beim Umbau von der Wanne zur Dusche passiert

Eine Badewanne zur Dusche umzubauen heißt: Die Wanne kommt raus, an ihrer Stelle entsteht ein Duschplatz, und die Wand dahinter wird für Spritzwasser neu vorbereitet. Gesucht wird das meist als „Badewanne raus, Dusche rein“, und genau so wird es auch verkauft. Hinter der kurzen Formel stecken aber zwei sehr unterschiedliche Wege.

Der erste ist der Umbau im Bestand. Er arbeitet mit dem, was schon da ist: Die Duschtasse, oft auch flache Duschwanne genannt, wird auf den vorhandenen Abfluss gesetzt, die Wandfliesen bleiben und werden mit Platten verkleidet, die Armatur wird getauscht oder versetzt. Anbieter solcher Systemlösungen werben mit einem Tag Bauzeit, und für passende Bäder stimmt das auch. Der zweite Weg ist die Teilsanierung des Wannenplatzes. Hier wird der Boden geöffnet, der Abfluss neu geführt, die Abdichtung erneuert und die Dusche auf Wunsch bodengleich gebaut. Das dauert länger, löst aber Probleme, die ein Systemumbau nur verdeckt.

Welcher Weg der richtige ist, lässt sich nicht im Katalog entscheiden. Es entscheidet sich am Wannenplatz, an drei Stellen: am Abfluss, an den Anschlüssen in der Wand und an der Frage, ob die Wanne im Haushalt überhaupt verzichtbar ist.

Der Abfluss entscheidet über die Schwelle

Wer eine Badewanne zur Dusche umbauen lässt, wünscht sich meist einen Einstieg ohne Stufe. Ob das gelingt, hängt fast nie an der Duschtasse, sondern an der Höhe des Abflusses. Wasser fließt nur bergab, und eine Badewanne braucht dafür keinen Platz im Boden: Ihr Ablauf sitzt unter der Wanne, also deutlich über dem Fliesenboden. Die Leitung dahinter läuft auf dieser Höhe zum Fallrohr.

Warum beim Systemumbau eine Schwelle bleibt

Eine flache Duschtasse, die an den vorhandenen Wannenabfluss angeschlossen wird, muss so hoch liegen, dass ihr Ablauf noch Gefälle zu dieser Leitung hat. Deshalb bleibt beim Umbau im Bestand fast immer eine Restschwelle. Ein großer Anbieter solcher Eintages-Umbauten nennt selbst eine Restschwelle von etwa fünf bis fünfzehn Zentimetern, abhängig vom vorhandenen Anschluss. Für viele Menschen ist das ein großer Fortschritt gegenüber dem Wannenrand, man spricht dann von einer barrierearmen Dusche. Barrierefrei ist sie nicht.

Was bodengleich technisch bedeutet

Als bodengleich gilt ein Duschplatz, der mit dem übrigen Badboden auf einer Ebene liegt. Die DIN 18040-2 für barrierefreie Wohnungen lässt dabei ein Absenken von höchstens zwei Zentimetern zu und verlangt, dass der Duschplatz stufenlos begehbar ist. Das Wasser muss dann unter dem Bodenniveau abfließen, über einen Bodenablauf oder eine Duschrinne, mit Gefälle im Belag und einer Leitung, die ihrerseits Gefälle zum Fallrohr braucht. Fachquellen zur Entwässerungsnorm DIN 1986-100 nennen für unbelüftete Anschlussleitungen mindestens ein Prozent Gefälle, also einen Zentimeter Höhe auf jeden Meter Leitung.

Wenn die Aufbauhöhe fehlt

Ob dieser Platz vorhanden ist, entscheidet der Bodenaufbau zwischen Rohdecke und Fliese. Je nach Ablaufsystem braucht eine bodengleiche Dusche nach Angaben von Fachbetrieben wenige bis deutlich über zehn Zentimeter Aufbauhöhe. Im Frankfurter Altbau mit Holzbalkendecke oder dünnem Estrich ist das oft nicht da. Dann bleiben vier Wege: den Boden im ganzen Bad anheben, die Leitung neu und tiefer zum Fallrohr führen, einen Wandablauf nutzen, der das Wasser seitlich in die Wand abführt, oder eine kleine Pumpe, die das Wasser in die vorhandene Leitung hebt. Welche Maße für ein barrierefreies Bad gelten und wie die Zuschüsse dafür beantragt werden, steht im Beitrag zum barrierefreien Bad.

Anschlüsse und Leitungen in der Wand

Die zweite Stelle, an der sich der Umbau von der Badewanne zur Dusche entscheidet, liegt in der Wand. Bei der Wanne sitzt die Armatur knapp über dem Wannenrand, bei der Dusche deutlich höher, damit man sie im Stehen bedienen kann. Wer die alte Wannenarmatur einfach weiterverwendet, hat eine Duschbrause, die man in Kniehöhe regelt. In Fachforen wird genau diese Frage nach der Anschlusshöhe diskutiert, die gängigen Ratgeberseiten beantworten sie kaum.

Armatur versetzen oder überbrücken

Es gibt zwei saubere Lösungen. Entweder werden die Unterputz-Anschlüsse in der Wand nach oben verlegt, was Stemmarbeiten, neue Leitungsstücke und eine Reparatur der Wandfläche bedeutet. Oder eine Aufputzlösung, etwa eine Duschsäule mit Thermostat, wird an die vorhandenen Anschlüsse gesetzt und führt das Wasser außen nach oben. Die zweite Variante ist schneller, die erste auf Dauer aufgeräumter. Welche passt, hängt davon ab, ob die Wand ohnehin geöffnet wird.

Das Alter der Leitungen

Solange die Wanne steht, sieht man die Leitungen dahinter nicht. Beim Ausbau liegen sie offen, und das ist der günstigste Moment, ihren Zustand zu prüfen. Rostbraunes Wasser nach längerer Standzeit, verzinkte Stahlrohre aus der Bauzeit des Hauses oder frühere Wasserschäden sind Hinweise, dass die Leitungen in den nächsten Jahren fällig werden. Wird darüber eine neue Wandverkleidung montiert, muss sie beim nächsten Rohrschaden wieder herunter. Steht im Haus eine Strangsanierung an, gehört der Umbau der Dusche zeitlich dahinter, nicht davor.

Abdichtung und Fliesen rund um die neue Dusche

Beim Umbau einer Badewanne zur Dusche ändert sich die Belastung der Wand. Hinter einer Wanne trifft Spritzwasser die unteren Fliesenreihen, hinter einer Dusche läuft Wasser großflächig und täglich über die Wand bis zum Boden. Nach heutiger Regel sitzt die Abdichtung unter dem Belag, nicht auf ihm. Die Wassereinwirkungsklassen der DIN 18534 ordnen Wandflächen in Duschen der Klasse W1-I zu und Bereiche mit bodengleicher Dusche der Klasse W2-I, mit einer Abdichtung im Verbund unter Fliesen oder Platten.

Für den Umbau im Bestand bedeutet das: Die alten Fliesen hinter der Wanne können als Untergrund bleiben, wenn sie fest sitzen und die Wand trocken ist. Zeigt die Feuchtemessung nach dem Ausbau der Wanne erhöhte Werte, und das ist hinter alten Wannen nicht selten, weil die Silikonfuge am Wannenrand jahrelang undicht war, dann gehört die Wand geöffnet und neu abgedichtet. Eine Wandverkleidung oder Duschrückwand darüber würde das Problem nur verdecken. Wie man prüft, ob ein Fliesenspiegel als Untergrund taugt, steht im Beitrag zum Bad ohne Abschlagen der Fliesen.

Eintages-Umbau oder Teilsanierung

Ob eine Badewanne an einem Tag zur Dusche umgebaut werden kann, ergibt sich aus den drei Prüfpunkten Abfluss, Anschlüsse und Abdichtung. Der Systemumbau ist keine schlechte Lösung, sondern eine für einen bestimmten Bestand. Er passt, wenn diese Voraussetzungen zusammenkommen:

  • Eine kleine Schwelle ist in Ordnung. Es geht um mehr Komfort, nicht um Barrierefreiheit für Rollator oder Rollstuhl.
  • Die Wand hinter der Wanne ist trocken und die Fliesen sitzen fest.
  • Die Leitungen sind in Ordnung und müssen in absehbarer Zeit nicht erneuert werden.
  • Der Grundriss bleibt. Die Dusche soll dort stehen, wo die Wanne stand.

Fehlt einer dieser Punkte, ist die Teilsanierung des Wannenplatzes der ehrlichere Weg: Boden öffnen, Ablauf neu setzen, Abdichtung im Verbund, Armatur auf Duschhöhe, Fliesen oder Platten neu. Das braucht mehr Zeit als ein Tag, bleibt aber deutlich unter der Bauzeit eines Komplettbads, das bei Atlas Projects vier bis acht Wochen reine Bauzeit hat. Wie lange eine Teilsanierung im Einzelfall dauert, steht im Festpreis-Angebot mit Zeitplan, das nach dem Aufmaß entsteht. Atlas Projects führt die Teil- oder Komplettsanierung des Bads mit eigenen Fliesenlegern und Sanitär-Installateuren aus, einen Eintages-Systemumbau bietet Atlas nicht an. Wie sich die Schritte einer größeren Sanierung zeitlich aneinanderreihen, zeigt der Beitrag zu Ablauf und Bauzeit.

Wann die Badewanne besser bleibt

Die dritte Stelle, an der sich der Umbau von der Badewanne zur Dusche entscheidet, ist keine technische. Sie betrifft die Frage, wer das Bad in den nächsten Jahren nutzt. Eine Dusche ist im Alltag bequemer und mit zunehmendem Alter sicherer, weil der hohe Wannenrand wegfällt. Eine Wanne hat trotzdem Aufgaben, die eine Dusche nicht übernimmt.

Kleine Kinder im Haushalt

Wer kleine Kinder badet, braucht eine Wanne oder zumindest eine Duschtasse, in der sich Wasser stauen lässt. Ist das Bad mit Wanne das einzige in der Wohnung, verschiebt ein Umbau das Problem nur. Die bessere Lösung ist dann manchmal eine Kombination aus Wanne und separater Dusche, wenn der Raum es hergibt, oder eine Wanne mit niedrigem Einstieg und Haltegriff.

Vermietbarkeit und späterer Verkauf

Für Vermieter und Eigentümer, die in einigen Jahren verkaufen wollen, lohnt ein Blick auf die Zielgruppe der Wohnung. Eine Familienwohnung mit nur einem Bad ohne Wanne spricht einen Teil der Interessenten nicht an. Eine kleine Wohnung für Singles, Paare oder ältere Mieter gewinnt dagegen mit einer großzügigen Dusche. Gibt es ein zweites Bad oder ein Gäste-WC mit Dusche, stellt sich die Frage gar nicht, dann kann eine der beiden Wannen ohne Nachteil weichen.

Umbau in der Mietwohnung und im Alter

In einer Mietwohnung ist der Umbau einer Badewanne zur Dusche eine bauliche Veränderung, die der Vermieter erlauben muss. Für den Fall, dass der Umbau wegen einer Behinderung oder im Alter nötig wird, gibt das Gesetz dem Mieter einen Anspruch. Nach § 554 BGB kann der Mieter verlangen, dass ihm der Vermieter bauliche Veränderungen erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Der Anspruch besteht nicht, wenn die Veränderung dem Vermieter auch unter Berücksichtigung der Mieterinteressen nicht zumutbar ist, und der Mieter kann sich verpflichten, eine besondere Sicherheit zu leisten.

Für einen reinen Komfortumbau gilt dieser Anspruch nicht, dann bleibt es bei einer Vereinbarung mit dem Vermieter. In beiden Fällen gehört vor den Auftrag geklärt, wer die Kosten trägt und ob die Dusche beim Auszug bleiben darf oder zurückgebaut werden muss. Atlas Projects ist ausführender Betrieb und gibt keine Rechtsberatung, im Einzelfall helfen Mieterverein oder Fachanwalt.

Wird der Umbau wegen eines Pflegegrads nötig, übernimmt die Pflegekasse unter Voraussetzungen einen Teil der Kosten. Wichtig ist die Reihenfolge: Der Antrag gehört vor den Auftrag. Welche Zuschüsse es gibt, wer sie bekommt und warum eine unterschriebene Auftragsbestätigung den Anspruch kosten kann, steht ausführlich im Beitrag zum barrierefreien Bad.

Was Sie aus diesem Beitrag mitnehmen

  • Der Abfluss entscheidet über die Schwelle. Bodengleich wird die Dusche nur mit Eingriff in den Boden oder genug Aufbauhöhe.
  • Die Armatur einer Dusche sitzt höher als die einer Wanne. Anschlüsse versetzen oder mit einer Aufputzlösung überbrücken.
  • Nach dem Ausbau der Wanne ist der beste Moment, Leitungen und Feuchte in der Wand zu prüfen.
  • Der Eintages-Umbau passt für einen trockenen, intakten Bestand mit akzeptierter Schwelle. Sonst ist die Teilsanierung ehrlicher.
  • Mit kleinen Kindern oder in einer Familienwohnung mit nur einem Bad bleibt die Wanne manchmal besser.

Wenn Sie in Frankfurt oder im Rhein-Main-Gebiet Ihre Badewanne zur Dusche umbauen möchten, beginnt das bei Atlas Projects mit einem Termin vor Ort: Abfluss, Anschlüsse und Wand werden geprüft, bevor ein Angebot entsteht. Danach wissen Sie, ob Ihr Bad mit einem kleinen Eingriff auskommt oder eine Badsanierung in Frankfurt zum Festpreis der bessere Weg ist.

Service-ÜbersichtZur Leistung: Badsanierung

Häufige Fragen
zum Thema.

Was kostet ein Umbau von der Badewanne zur Dusche?

Das hängt weniger von der Duschtasse ab als davon, ob der Boden und die Leitungen mitgemacht werden müssen. Der günstigste Fall ist der Systemumbau im Bestand: Wanne raus, flache Duschtasse auf den vorhandenen Abfluss, Wandverkleidung über die Fliesen, neue Armatur. Teurer wird es, sobald der Abfluss tiefer gelegt, die Armatur in der Wand versetzt oder eine bodengleiche Dusche mit neuer Abdichtung gebaut wird. Dann ist der Umbau eine Teilsanierung. Wie sich die Kosten eines ganzen Bads zusammensetzen, steht in unserem Beitrag zu den Kosten einer kompletten Badsanierung. Eine belastbare Zahl gibt es erst nach dem Aufmaß vor Ort.

Kann man eine Badewanne an einem Tag zur Dusche umbauen?

Ja, wenn der Bestand mitspielt. Eintages-Umbauten arbeiten mit vorgefertigten Systemen: Die Wanne wird ausgebaut, eine flache Duschtasse auf den vorhandenen Abfluss gesetzt, die Wand mit Platten verkleidet und die Armatur getauscht. Das funktioniert, wenn der Abfluss an der richtigen Stelle liegt, die Fliesen dahinter fest und trocken sind und die Leitungen nicht erneuert werden müssen. Soll die Dusche bodengleich werden oder zeigt die Prüfung Feuchtigkeit hinter der Wanne, reicht ein Tag nicht.

Wird die Dusche nach dem Umbau bodengleich?

Nur, wenn der Boden geöffnet wird oder genug Aufbauhöhe vorhanden ist. Beim Umbau im Bestand bleibt die Duschtasse auf der Höhe, die der alte Wannenabfluss vorgibt, und damit meist eine Restschwelle. Als bodengleich im Sinne der DIN 18040-2 gilt ein Duschplatz, der höchstens zwei Zentimeter abgesenkt und stufenlos begehbar ist. Das erreicht man nur mit einem Ablauf im Boden oder einer Duschrinne, einem Gefälle im Estrich und einer neuen Abdichtung darunter.

Darf ich in der Mietwohnung die Badewanne gegen eine Dusche tauschen?

Nicht ohne Erlaubnis des Vermieters, denn es ist eine bauliche Veränderung. Nach § 554 BGB kann der Mieter die Erlaubnis verlangen, wenn der Umbau dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dient, es sei denn, er ist dem Vermieter nicht zumutbar. Für einen reinen Komfortwunsch gilt dieser Anspruch nicht. Vor dem Auftrag sollten Zustimmung, Kostenübernahme und die Frage eines Rückbaus beim Auszug verbindlich geklärt sein. Im Einzelfall helfen Mieterverein oder Fachanwalt.

Wie groß muss eine Dusche sein, damit man keine Duschtür braucht?

Eine feste Zahl gibt es nicht, weil es vom Strahl, von der Lage im Raum und vom Gefälle abhängt. Als Orientierung dient die Bewegungsfläche, die die DIN 18040-2 für einen barrierefreien Duschplatz ansetzt: 120 mal 120 Zentimeter. Auf einer solchen Fläche reicht oft eine feste Glaswand als Spritzschutz. In einer Wannennische von 170 mal 75 Zentimetern ist eine Abtrennung dagegen fast immer nötig, weil das Wasser sonst auf den Badboden läuft.