Wann Schadstoffe ein Thema werden

Wer eine Wohnung sanieren lässt, die vor 1995 gebaut wurde, sollte vor dem ersten Schlag wissen, was an Schadstoffen in der Substanz steckt. Asbest wurde bis 1993 verbaut und endgültig 1995 verboten. KMF (künstliche Mineralfasern wie alte Glas- oder Steinwolle) galten bis 1996 als unbedenklich. PCB findet sich in Fugendichtungen, Kondensatoren und Anstrichen aus den 60er- und 70er-Jahren.

Bei Frankfurter Altbauten und Nachkriegsbauten ist mindestens eine Probe-Entnahme vor der Sanierung Pflicht. Wir prüfen das schon beim ersten Aufmaß-Termin und bewerten den Substanz-Befund.

Asbest erkennen: typische Einbauten

Asbest steckt nicht nur in Eternit-Dachplatten. Typische Verdachtsstellen in Frankfurter Wohnungen:

  • Bodenbeläge: Vinyl-Asbest-Platten (Floor-Flex), Cushion-Vinyl mit Asbest-Trägerschicht, schwarze Bitumenkleber unter alten Parkett-Belägen.
  • Wände und Decken: Brandschutz-Platten in Schornsteinverkleidungen, asbesthaltige Spachtelmassen und Putze, Faserzement-Lüftungsrohre.
  • Sanitärbereich: Asbest-Dichtungen in Heizungsleitungen, alte Asbestrohre in Lüftungsschächten.
  • Außenbereich: Eternit-Wellplatten auf Dächern und Fassaden, Faserzement-Fensterbänke, Heizöltanks mit Asbest-Isolierung.

KMF, PCB und andere Verdachtsstoffe

  • KMF (künstliche Mineralfasern): Alte Mineralwolle aus Glasfasern oder Steinwolle, hergestellt vor 1996. Heutige Mineralwolle ist gesundheitlich unbedenklich, aber alte Bestände gelten als krebsverdächtig.
  • PCB (Polychlorierte Biphenyle): Häufig in elastischen Fugendichtungen, Anstrichen, Deckenleuchten und Kondensatoren aus den 60er- und 70er-Jahren. Sammelt sich in Hausstaub an.
  • HBCD (Hexabromcyclododecan): Flammschutzmittel in Polystyrol-Dämmstoffen vor 2015. Entsorgung über zertifizierte Fachbetriebe.
  • Schimmel: Bei Verdacht (Geruch, sichtbarer Befall, dunkle Stellen) Probe-Entnahme mit Laborauswertung. Sanierung nach BG-Bau-Standard.

Wie die Laboranalyse abläuft

Bei begründetem Verdacht entnehmen wir kontrollierte Materialproben an den verdächtigen Stellen, typisch zwischen 4 und 12 Proben pro Wohnung. Die Proben gehen zu einem akkreditierten Labor (z.B. Eurofins, SGS oder lokal in Hessen), das Ergebnis liegt nach 5 bis 10 Werktagen vor.

Bei positivem Befund erhalten Sie einen schriftlichen Bericht mit Material, Konzentration und Empfehlung zum weiteren Vorgehen. Wir legen Ihnen einen separaten Festpreis für die Schadstoff-Sanierung vor, bevor wir weiterarbeiten.

Sanierung nach TRGS 519 und 521

Schadstoff-Sanierungen sind in Deutschland streng reguliert. Die relevanten Technischen Regeln für Gefahrstoffe:

  • TRGS 519 (Asbest): Vollständige Abschottung des Sanierungsbereichs mit Unterdruck-Schleuse, Vollschutz für Mitarbeiter, Atemschutz mit Partikelfilter P3, Freimessung durch unabhängiges Labor nach Abschluss.
  • TRGS 521 (KMF): Abschottung des Bereichs, Atemschutz und Schutzkleidung, kontrollierte Verpackung in gekennzeichneten Big-Bags, Entsorgung über zugelassene Deponie.
  • Entsorgungs-Nachweis. Sie erhalten den vollständigen Entsorgungs-Nachweis mit Container-Nummern, Mengen und Entsorgungs-Anlage. Das ist auch für Wiederverkaufs- und Vermietungs-Fragen wichtig.

Was Schadstoff-Sanierungen kosten

Die Mehrkosten hängen stark von Menge und Lage ab. Erfahrungswerte aus Atlas-Projekten:

  • Asbest-Bodenbeläge (50 m²): ein mittlerer vierstelliger Betrag inkl. Entsorgung.
  • Schornstein-Verkleidung mit Asbest: ein niedriger bis mittlerer vierstelliger Betrag.
  • KMF-Sanierung Dachdämmung (100 m²): ein mittlerer vierstelliger bis niedriger fünfstelliger Betrag.
  • PCB-Fugendichtungen Fenster (10 Fenster):ein mittlerer vierstelliger Betrag.
  • Vollständige Schadstoff-Sanierung Wohnung 100 m²:ein niedriger bis mittlerer fünfstelliger Betrag je nach Befund.

Wir kalkulieren bei Altbau-Sanierungen eine offen ausgewiesene Substanz-Reserve von 12 bis 15 Prozent in den Festpreis. Diese deckt typische Schadstoff-Themen ab und wird nur verbraucht, wenn echte Befunde auftauchen.

Den vollen Leistungsumfang einer Atlas-Altbausanierung mit Substanz-Reserve und Schadstoff-Management sehen Sie auf der Service-Seite Altbausanierung.

Service-ÜbersichtZur Leistung: Altbausanierung

Häufige Fragen
zum Thema.

Ab welchem Baujahr ist Asbest ein Thema?

Asbest wurde in Deutschland bis 1993 verbaut, die Verwendung ist seit 1995 verboten. Bei Gebäuden vor 1995 sollten Sie vor der Sanierung prüfen lassen, ob Asbest in Bodenbelägen (Vinyl-Asbest-Platten, Cushion-Vinyl), Klebern, Putzen, Spachtelmassen oder Dachplatten enthalten ist.

Was kostet eine Laboranalyse?

Eine Materialprobe mit Laborauswertung kostet einen niedrigen dreistelligen Betrag pro Probe. Bei begründetem Verdacht beauftragen wir je nach Wohnungsgröße 4 bis 12 Proben. Die Ergebnisse liegen nach 5 bis 10 Werktagen vor.

Wer darf Asbest entsorgen?

Nach TRGS 519 nur Sachkundige mit gültiger Schulung. Atlas Projects arbeitet mit zertifizierten Fachbetrieben aus dem Rhein-Main-Gebiet zusammen. Die Sanierungsbereiche werden komplett abgeschottet, die Mitarbeiter tragen Vollschutz und Atemschutzgeräte.

Muss ich die Wohnung während einer Asbest-Sanierung räumen?

In aller Regel ja. Die betroffenen Räume werden über die gesamte Dauer der Sanierung abgeschottet und sind nicht betretbar. Nach Abschluss erfolgt eine Freimessung durch ein unabhängiges Labor, bevor wieder normal gearbeitet werden kann.

Was passiert, wenn während des Bauens unerwartet Asbest auftaucht?

Wir stoppen sofort die Arbeit im betroffenen Bereich, sichern den Bereich ab, beauftragen eine Laboranalyse und legen Ihnen einen Nachtrag mit Festpreis vor. Erst nach Ihrer Freigabe wird mit der Schadstoff-Sanierung begonnen. Die Substanz-Reserve im Festpreis-Angebot deckt typische Mehrkosten ab.